Hochfrequenz
– Vormagnetisierung
Den
Durchbruch in der Magnettontechnik brachte die Vormagnetisierung mit
hochfrequentem Wechselstrom. In seinem Buch „Wunder der
Wellen“(Deutscher Verlag, Berlin 1954) behauptet Eduard Rhein, die
Entdeckung der HF – Vormagnetisierung sei nicht durch Überlegungen
der Physiker Braunmühl und Weber entdeckt worden, sondern durch einen
Schaltfehler beim Aufbau eines Versuchsgerätes. Das
aufzuzeichnende Signal ist in der Regel ein
niederfrequenter Wechselstrom. Wird nun zusätzlich zu dem NF –
Signal ein hochfrequenter Wechselstrom in den Tonkopf eingespeist, so
werden beide Signale aufgezeichnet. Man kann bei einem magnetisch
neutralen Tonträger, wie
er in der Praxis nahezu ausschließlich anzutreffen ist, davon ausgehen,
dass die in dem Bild „ Grafische Darstellung des Aufsprechvorgangs“
weiter oben dargestellten Kurven mit den unten gezeigten vergleichen
kann. Die
Arbeitskennlinie ist
ROT
dargestellt Wegen
der Krümmung der Remanenzkurve in der Nähe des Nullpunktes wird die
sinusförmige HF- Schwingung zuerst genauso verzerrt, wie vorher die NF
ohne Vormagnetisierung. Die NF- Schwingung, also das Audiosignal, bleibt
fast unverzerrt. Die HF, welche der NF überlagert ist, erzeugt im Takt
der NF gewissermaßen ein internes Wechselfeld, in der Grafik durch die
schwarz gezeichneten äußeren, der grünen Remanenzkurve ähnlichen und
nach den Seiten hin verschobenen Kurven. Dadurch ergibt sich eine neue
Kurve, die grün gezeichnete Arbeitskennlinie. Diese Kurve verläuft
fast linear, was bedeutet das sie in einem weiten Bereich frei von
Verzerrungen ist.
Die
oben erwähnte Aufzeichnung der Hochfrequenz findet nur theoretisch
statt, was aber auch erwünscht ist. Man darf also nicht davon ausgehen,
das zusätzlich zum Nutzsignal (Ton) auch noch die unhörbare
Hochfrequenz auf dem Band sei. Schon der Vergleich zwischen der oberen
Grenzfrequenz einer Bandmaschine, der bei 20KHz oder knapp darüber
liegt, und der Frequenz der
Vormagnetisierung, die über 100 KHz liegen kann, macht deutlich, dass
die Hochfrequenz, wenn überhaupt, nur mit einem Pegel aufgezeichnet
werden kann, der nicht mehr praktisch nutzbar ist. Mit
einer optimal eingestellten HF- Vormagnetisierung lässt sich also die
Größe der Verzerrungen auf ein nicht mehr hörbares Maß herabsetzen.
Zusätzlich wird der nutzbare Aussteuerungsbereich gegenüber der
Gleichstromvormagnetisierung mehr als verdoppelt. Erst durch die
Hochfrequenzvormagnetisierung werden die bekannten guten Werte für den
nutzbaren Frequenzbereich und Ruhegeräuschspannung erreicht. |