Löschkopf  

Bei Löschköpfen verwendet man häufig Ringköpfe aus dem bereits genannten Ferritmaterial, da hier die Wirbelstromverluste besonders gering sind. Begrenzt wird die Löschdämpfung nur durch die nicht unbeträchtlichen Hystereseverluste. Um eine besonders hohe  Löschdämpfung zu erzielen, haben einige Hersteller bei Löschköpfen für den reinen Studiobereich zwei Spalte dicht nebeneinander angeordnet. Die Spaltbreite beträgt zwischen 0,1 und 0,2 Millimeter.  

 

Sprech – oder Aufnahmekopf

  Für den Sprechkopf verwendet man Material, dass möglichst geringe Hysterese- und Wirbelstromverluste aufweist. Das ermöglicht eine weitgehende Linearisierung zwischen Sprechwechselstrom und Magnetisierungsfeld, wodurch die nichtlinearen Verzerrungen ebenfalls niedrig gehalten werden können. Die Impedanz des Sprechkopfes stellt eine nahezu reine Induktivität dar, so das der Widerstand mit der Frequenz linear ansteigt. Um trotzdem einen linearen Frequenzverlauf zu erreichen,  muss der Widerstand des Aufnahmekopfes im Verhältnis zum Innenwiderstand des Aufsprechverstärkers gering sein. Die typische Induktivität eines Sprechkopfes beträgt etwa 7 mH. Das erlaubt kleine Wicklungszahlen, die zusammen mit den Wicklungs- und Zuleitungskapazitäten eine Resonanzkreis bilden, dessen Frequenz weit außerhalb des hörbaren Frequenzbereiches liegt. Neben dem aufzuzeichnenden Nutzsignal wird dem Sprechkopf auch die hochfrequente Vormagnetisierung zugeführt. Allerdings gab es auch Bauformen, wo die Vormagnetisierung mit einem separaten Kopf von der Bandrückseite erfolgte.  Die Spaltbreite eine Sprechkopfes beträgt etwa 10 – 25 µm.  

 

Hör- oder Wiedergabekopf  

  Der Hörkopf ist im Wesentlichen genau so aufgebaut wie ein Sprechkopf. Lediglich die Spaltbreite ist besonders von der Bandgeschwindigkeit abhängig. Bei größeren Bandgeschwindigkeiten kann der Kopfspalt breiter sein, da hier der Einfluss des Abtastspaltes im Vergleich zur Selbstentmagnetisierung kleiner ist. Die Spaltbreite eines Wiedergabekopfes kann zwischen 3 und 15 µm liegen. Hörköpfe sind stets abgeschirmt, um Einstreuungen zu vermeiden.  

 

 

2 – Spur Tonkopfträger von AEG – Telefunken

Die Abbildung ist nicht etwa spiegelverkehrt, der Kopfträger stammt aus einer
Bandmaschine, bei der die Schichtseite des Bandes außen auf dem Wickel liegt.
 
 Bislang wurden nur prinzipielle und grundsätzliche Erklärungen zu Tonköpfen und Tonbändern gemacht. Natürlich gibt es eine ganze Anzahl an unterschiedlichen Bauformen und Materialkombinationen. Am Funktionsprinzip ändert sich dadurch nichts. Viele der klangvollen Namen  wie Sendust, X-Tal oder Super-ferrite sind Handelsnamen oder Produktnamen der einzelnen Hersteller, deren Wettbewerber vergleichbare Produkte unter andern Namen anbieten. Neben der im Heimbereich üblichen  Zweikanaltechnik auf ¼“ (6,3 mm) breiten Tonbändern werden auf dem Studiosektor bis zu 24 Spuren parallel auf bis zu 2“ breiten Bändern aufgezeichnet. Allerdings gibt es auch für den Heim- bzw. halbprofessionellen Bereich Geräte, die 4 parallel laufende Spuren auf ¼“ Bänder aufzeichnen. Solche Geräte sind in erster Linie für Musiker gedacht, welche die Möglichkeit der Mehrkanaltechnik nutzen möchten. Für quadrophonische Anlagen wurden ebenfalls Vierkanalheimgeräte angeboten. Da die Quadrophonie sich nicht durchsetzen konnte, sind diese Bandgeräte auch kaum bekannt geworden. Bei Autoreverse– Bandmaschinen wählten die Hersteller, sofern man nicht den justagekritischen quer zur Bandlaufrichtung verschiebbaren Köpfen den Vorzug gab, eher einen zweiten Hörkopf als einen echten Vierkanalkopf.  
 

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