Die Magnetbänder

Aufbau, magnetisierbare Schichten

 

Grundsätzlich gibt es zwei Arten, wie ein Magnetband aufgebaut sein kann.  

Das Schichtband ist das mittlerweile einzige verwendete Material zur Verwendung auf Magnetbandgeräten. Es besteht aus einem Träger, auf den die Magnetschicht aufgebracht wird. Es gab Bänder, die zwei magnetisierbare Schichten übereinander hatten, z. B. Eisenoxyd und Chromdioxyd, sog. Ferrochrom - Bänder. Da die magnetisierbare Schicht in ihrem prinzipiellem Aufbau dem heute nicht mehr verwendeten Masseband entspricht, wird auf dieses noch kurz eingegangen Das Masseband enthält die magnetisierbaren Partikel bereits in der Trägerfolie, vergleichbar z. B mit den Pigmenten in Farben und Lacken. Massebänder waren zwar einfacher in der Herstellung als Schichtbänder, hatten aber neben geringer Kopierdämpfung noch andere Nachteile und konnten sich nicht durchsetzen. Auf sie wird darum nicht weiter eingegangen.

Das magnetisierbare Material 

Bei Spulenbändern kommt in der Hauptsache Eisenoxyd als magnetisierbares Material zum Einsatz. Wer in der Schule gut aufgepasst hat, wird einwenden, dass Eisenoxyd ja eigentlich nur Rost ist. Das stimmt auch, nur ist Rost auf Eisen ein recht zufällig entstandener Atomhaufen, (chem. FeO) das für Magnetbänder verwendete Eisenoxyd Fe2O3  dagegen ein aufwändig hergestelltes Material. 

Die magnetische Qualität des Bandmaterials wird unter anderem bestimmt durch die Größe der Eisenoxydpartikel. Je feiner diese sind, um so leichter lassen sie sich magnetisieren, um so höhere Frequenzen lassen sich aufzeichnen, und um so geringer ist das Grundrauschen.

Die einzelnen Eisenoxydpartikel sind in etwa elliptisch - stabförmig und werden bei der Herstellung in Bandlaufrichtung ausgerichtet.


 

Ideale Verteilung der Eisenoxydpartikel in der Magnetschicht

Mikroskopische Darstellung der Magnetschicht, links grobe Partikel, rechts sehr feine


Wie vorher erwähnt, ist eine möglichst geringe Größe der einzelnen „Stäbe“ wünschenswert.  Leider sind sowohl die Ausrichtung als auch die gleichmäßige Verteilung der Kristalle weit vom theoretischen Ideal entfernt.

  Da die ideale Spaltbreite eines Wiedergabekopfes der Hälfte der Wellenlänge einer bei gegebener Geschwindigkeit aufzuzeichnenden Frequenz entsprechen soll, wird klar, warum die Entwicklung immer feinerer Eisenoxidkristalle die ständige Erweiterung des möglichen aufzuzeichnenden Frequenzbereiches bei gleichzeitiger Verringerung der Bandgeschwindigkeiten möglich gemacht hat. Auch die Tatsache, das Band und Tonkopf eine Einheit bilden, wird nun sicher deutlich. Bänder für die digitale Aufzeichnungen sind in ihren magnetischen Eigenschaften nicht mit Analogbändern vergleichbar, da im Digitalbereich eine Magnetisierung des Bandes bis an die Sättigungsgrenze stattfindet, was im analogen Bereich zu Übersteuerungen des Bandes und somit zu Verzerrungen führen würde.

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