Die magnetische Schallaufzeichnung

Ein historischer Anfall 

Nachdem schon im 18. Jahrhundert theoretische Überlegungen zur magnetischen Schallaufzeichnung angestellt wurden, gelang es dem dänischen Physiker Valdemar Poulsen als Erstem eine funktionierende Apparatur vorzustellen. Nach Experimenten mit stählernen Bändern und Platten stellte er auf der Weltausstellung in Paris im Jahre 1900 sein Gerät unter dem Namen „Telegraphon“ der Öffentlichkeit vor. Mangels geeigneter Verstärker konnte sich der Tondraht zunächst  nicht durchsetzen. Erst in der Zeit um 1930 kamen, besonders in den USA bei der aufblühenden Schallplattenindustrie Drahtmagnettongeräte zum Einsatz. Das war eine praktische Alternative zur Aufnahme auf den bis dahin allein verwendeten Wachsplatten. Der Begriff "Mitschnitt" erinnert bis heute noch an das Verfahren, bei dem die Musik unmittelbar in die Wachsplatte "geschnitten wurde.  Bis in die fünfziger Jahre stand das Drahttonverfahren zumindest im Heimbereich in Konkurrenz zum Magnetband. 

 

Eine kleine Anekdote am Rande: ein Tondraht, auf dem das berühmte Carnegie Hall Konzert von Benny Goodman aufgezeichnet wurde, soll Missis  Goodman als Wäscheleine gedient habe. Na ja, vielleicht für Nylons, denn der Tondraht war nur knapp 0,08 mm stark. Mit dem Wahrheitsgehalt ist das bei Anekdoten immer so einen Sache...

Lorenz Tonbandgerät mit Stahlbändern (ca. 1935)

Mit Einführung der Verstärkertechnik wurde auch weiter entwickelt und Versuche mit Tonbändern gemacht. Dies wurde durch eine Erfindung von Fritz Pfleumer ermöglicht, der ein Verfahren entwickelte, zunächst Papier mit magnetisierbaren Stoffen zu beschichten. 1928 meldete Pfleumer  sein „Tonband“ unter dem Namen „Lautschriftträger“ zum Patent an.

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